Die Briten gehören zu den wanderverrückten Völkern in Europa. Während England und Wales von Wanderwegen durchzogen sind, haben die Schotten gleich ein “freedom to roam” in ihre Rechte mit aufgenommen, und wenn du dich an die Spielregeln hältst, darfst du dich munter durch die Highlands immer der Nase nach bewegen. Trotzdem gibt es dort auch tolle Fernwanderwege, denen du folgen kannst.
Am besten wanderst du im Vereinigten Königreich zwischen Ostern und Oktober. Je weiter nördlich, desto länger läßt der Frühling auf sich warten. In Schottland solltest du besser erst im Mai starten und wenn du auf die Munros möchtest, gelten fast die gleichen Regeln wie in den europäischen Hochgebirgen: Besser erst ab Mitte Juni loslegen und gegen Ende September kann dort die Saison schon vorbei sein.
An den südlichen Küsten, insbesondere im Südosten, kann es auch im Winter mild genug zum wandern sein, aber ob das häufig graue und nasskalte Wetter für tolle Wanderungen geeignet ist, bleibt deine Entscheidung.
Normalerweise ist das Wetter auf der großen Insel meist wunderbar für Wanderungen geeignet: Im späten Frühjahr und Sommer oft trocken genug und mit Temperaturen unter 30°C herrlich mild. Gelegentliche Regenschauer oder auch mal ein paar Tage Landregen halten die Landschaft so wunderbar grün.
Allgemein kannst du oft auf die Wettervorhersage gerade in Westschottland nicht allzu viel geben. Zu wechselhaft ist das Wetter und es bringt zu viele Überraschungen mit. Nicht umsonst gibt es gerade in Schottland den Spruch: Wenn dir das Wetter nicht gefällt, dann warte einfach fünf Minuten. Wenn du für alles gewappnet bist, kannst du tolle Überraschungen erleben und die Lichtspiele zwischen Regenwolken stellen einen wolkenlosen Sommertag jederzeit in den Schatten.
In den letzten Jahren gab es allerdings auch extreme Hitze- und Trockenheitsperioden, bei denen du wie in Südeuropa alle Wandertouren eher sein lassen solltest. Und wenn schon wieder ein Starkregen die Landschaft unter Wasser setzt, suchst du dir besser schnellstens ein Ausweich-Wandergebiet. Es sind genügend vorhanden und viele Landschaften in Großbritannien haben ihren ganz eigenen Reiz.
Die Wanderwege in Großbritannien
Wie viele Wanderwege gibt es im UK?
Großbritannien hat ein sehr dichtes Netz an Wanderwegen. Zumindest in England und Wales. Schottland verfügt über einige Wanderwege, aber hat durch seinen Outdoor Access Code weniger eingetragene und ausmarkierte Wanderwege als England und Wales.
Die schönsten Wanderwege in Großbritannien sind unter den 16 National Trails zusammengefasst plus der gerade entstehende King Charles III England Coast Path. Im März 2024 werden rund 5 800 km National Trails gepflegt. Allerdings sind noch mal etwa 30 000 km weniger hochoffizielle Wanderwege in der OSM Datenbank eingetragen. Es wird also nicht sehr schnell langweilig auf der Insel.
die beliebtesten Wanderwege in Großbritannien
Der West Highland Way, einer der berühmtesten Wanderwege der Welt, erstreckt sich über 154 km von Milngavie, einem Vorort von Glasgow, bis nach Fort William in den Highlands, vorbei am höchsten Berg Schottlands, dem Ben Nevis. Der Weg führt von den Lowlands entlang des Loch Lomond in die Highlands und durchquert malerische Dörfer, dichte Wälder, offene Moorgebiete und beeindruckende Berge. Er ist gut in kleinere Abschnitte unterteilbar und dank einer gut ausgebauten Infrastruktur mit B&Bs und Gepäcktransport auch für Wanderanfänger geeignet. Allerdings ist der Weg mittlerweile sehr beliebt und daher außerhalb der Hauptsaison empfehlenswerter.
Bekannt und beliebt sind vor allem in England und Wales die Coastal Paths. Egal ob der Wales Coastal Path (1400 km), der Norfolk Coast Path (133 km) oder der South West Coast Path (1014 km). Die große Insel kannst du beinahe entlang der Küste umrunden.
Und der King Charles III England Coast Path wird gerade angelegt, mit beinahe genau diesem Ziel. Allerdings nur, um die Küste Englands zu umrunden. Wenn er fertig ist, wird er die meisten Coast Paths einschließen und allein über 4000 km lang sein.
Und wenn du im Südwesten an der Küste bleiben willst, müßtest du “kurz” auf den Wales Coasth Path ausweichen, ehe du im Norwesten Englands wieder auf den Wanderweg triffst. In Schottland ist ein Scottish Coastal Way erst langsam im entstehen und noch sehr lückenhaft, da müsstest du eher improvisieren.
Aber auch im Inland gibt es reichlich großartige Wanderwege. Am bekanntesten ist hier wahrscheinlich der Cotswold Way (164 km). Von Chipping Camden geht es durch einige der schönsten Dörfer Englands und entlang geschichtsträchtiger Stätten durch eine meist bildschöne Landschaft bis nach Bath. Die Geschichte der Gegend reicht bis in die römische Zeit und weiter zurück. Da gibt es jeden Tag etwas zu entdecken.
Der Pennine Way ist der älteste National Trail in England und führt über 429 Kilometer von den Derbyshire Peak District bis zur schottischen Grenze, durch die Yorkshire Dales und über die North Pennines.
Großbritannien bietet sich aber nicht nur für Fernwanderungen an, sondern auch für eher stationäre Wanderurlaube. Besonders im Lake District, den schottischen Highlands und Wales kannst du einen tollen Urlaub nur in einer Unterkunft verbringen und täglich Ausflüge rings um deinen Standort machen. Es gibt so viel zu entdecken.
Das „Right to Roam“ in Schottland &
der Scottish Outdoor Access Code
Ein besonderes Highlight für Wanderer in Schottland ist das „Right to Roam“ (Recht auf freies Betreten der Natur), das durch das Land Reform (Scotland) Act 2003 gesetzlich verankert wurde. Dieses Recht erlaubt es Wanderern, Radfahrern und Campern, fast überall frei zu gehen, zu radeln und sogar zu zelten – solange sie sich an den Scottish Outdoor Access Code halten. Im Gegensatz zu England und Wales, wo der Zugang über öffentliche Fußwege geregelt ist, haben Outdoor-Fans in Schottland viel mehr Freiheiten.
Die wichtigsten Regeln des Scottish Outdoor Access Code
Damit diese Freiheiten erhalten bleiben, müssen einige Grundregeln beachtet werden:
1️⃣ Respektiere die Natur
✔ Hinterlasse keine Spuren – Nimm deinen Müll wieder mit.
✔ Störe keine Wildtiere – Besonders während der Brutzeit oder in Schutzgebieten.
✔ Schließe Weidetore hinter dir, wenn nichts anderes ausgeschildert ist.
✔ Schütze landwirtschaftliche Flächen – Halte dich an Feldränder oder vorhandene Wege.
2️⃣ Respektiere andere Menschen & Landbesitzer
✔ Halte Abstand zu Wohnhäusern und privaten Gärten – Das „Right to Roam“ gilt nicht für bewohnte Grundstücke.
✔ Befolge lokale Schilder und Hinweise – Manche Gebiete sind zeitweise gesperrt, z. B. während der Lammzeit.
✔ Störe keine Nutztiere – Halte ausreichend Abstand zu Weidevieh und lasse Zäune unberührt.
3️⃣ Wildcampen – Erlaubt, aber mit Regeln
✔ Wildcamping ist fast überall erlaubt, aber es muss mit leichter Ausrüstung & umweltfreundlich sein.
✔ Bleibe nicht länger als 2–3 Nächte an einem Ort.
✔ Baue dein Zelt nicht in Sichtweite von Häusern oder Straßen auf.
✔ Kein offenes Feuer – nutze stattdessen einen Campingkocher.
✔ „Leave no trace“ – Nimm alles mit, auch Toilettenpapier und Abfälle.
🔗 Mehr Infos zum Outdoor Access Code: www.outdooraccess-scotland.scot
Wo gilt das „Right to Roam“ nicht?
Trotz der großzügigen Regeln gibt es einige Ausnahmen:
🚫 Privatgrundstücke & Gärten
🚫 Schulgelände & Sportplätze während des Betriebs
🚫 Militär- und Industrieanlagen sowie Bahngleise
🚫 Einige Naturschutzgebiete mit zeitlich begrenzten Einschränkungen
Schottland verantwortungsvoll erkunden
Das Right to Roam ist ein Privileg, kein Freibrief – wer sich an den Scottish Outdoor Access Code hält, sorgt dafür, dass Schottlands atemberaubende Landschaften weiterhin frei zugänglich bleiben.
🔗 Weitere Infos (leider nur auf Englisch):
- Offizieller Outdoor Access Code: www.outdooraccess-scotland.scot
- Scottish Rights of Way & Access Society: www.scotways.com
Wo kannst du auf den Wanderungen schlafen?
Für die Übernachtungen gibt es auf der Insel reichlich Auswahl. Besonders entlang der Fernwanderwege, aber auch so reichlich im Land verteilt, gibt es jede Menge Bed&Breakfasts aller Preisklassen, die oft auch auf Wanderer gut eingestellt sind.
Dazwischen findest du auch immer wieder Jugendherbergen und hier und da auch Campingplätze mit Campinghütten für zeltlose Wanderer. Und in den Städten natürlich auch Hotels.
Wenn du lieber zeltest, wirst du wahrscheinlich Schottland lieben. Mach dich mit den Regeln des Outdoor Access Code vertraut und dann kannst du deine Tour so richtig nach Lust und Laune innerhalb dieser Regeln planen. Hier und da gibt es Schutzgebiete, in denen kein Zelten erlaubt ist. Häufig gibt es in der Nähe aber reguläre Campingplätze zu erträglichen Preisen.
In England und Wales bist du hauptsächlich auf Campingplätze angewiesen, denn dort ist wildcamping untersagt. Zwar wird es in abgelegenen Gebieten oft geduldet, aber wenn dir jemand einen Platzverweis erteilt, kannst du nur kommentarlos packen und weiter ziehen.
Welche Ausrüstung wird gebraucht?
Für deine Wanderungen brauchst du wie üblich erst mal das klassische Trio aus Schuhen mit griffiger Sohle, robuster, bevorzugt schnelltrocknender und mückenfester Wanderkleidung und einem guten Rucksack.
Dazu kommt vor allem in Schottland und Wales eine hochwertige Regenkleidung und Regenschutz für den Rucksack, damit es dir nicht schon nach den ersten Stunden Regenwanderung den ganzen Urlaub versaut.
Wenn du im Sommer in Schottland unterwegs bist, tust du auch gut daran, deine normale Wanderkleidung nach Mückendichtigkeit auszusuchen (wenig ist lästiger, als wenn die Biester bei einer Pause direkt durch den Hosenstoff stechen). Zusätzlich brauchst du oft ein Mückennetz für den Gesichtsschutz und mit Antimückenmittel deckst du dich am Besten vor Ort ein. Die Midges (die ernsthaft fiesen Mini-Mücken) können über die mitteleuropäischen Mittelchen nur lächeln.
Trotzdem solltest du einen gewissen Sonnenschutz nicht völlig vergessen. Denn zum wechselhaften Wetter gehören nicht nur Regenwolken, sondern auch strahlende Sonne. Die kann zwar mit der Mittelmeersonne nicht mithalten, dir aber trotzdem ordentlich auf den Pelz brennen. Sonnenhut und Sonnenbrille gehören deshalb im Sommer immer mit in den Rucksack. Eventuell kann dein Regenhut ja auch als Sonnenhut seinen Dienst tun (klappt aber nicht immer).
Wie läßt sich Ausrüstung ersetzen/ergänzen?
Wenn dir bei einer Wanderung in Großbritannien etwas verloren oder kaputt geht, dann findest du oft in größeren Orten entlang der großen National Trails oder der touristischer geprägten Gebiete, wie dem Lake District, kleine oder größere Outdoor-Läden. Sie haben oft kein besonders umfangreiches, aber dennoch gut sortiertes Angebot und da in UK einige sehr gute Hersteller ansässig sind, kannst du durchaus manchmal interessante Schnäppchen finden.
Wenn du in diesen Läden keinen Ersatz findest, solltest du im Internet nachsehen, was du finden kannst. Achte allerdings unbedingt auf die Lieferzeiten (besonders bei Amazon), denn es lohnt sich praktisch nicht, dir etwas vom Festland zu bestellen, es sei denn, du bist ernsthaft lange im Land. Dein Paket läßt du dir wahrscheinlich am Besten an deine kurz nach der Ankunftszeit geplanten Herberge schicken (wenn die Herberge ihr ok dafür gegeben hat). Aber inzwischen gibt es auch reichlich Packstationen und Paketshops im ganzen Land und vielleicht liegt auch eins davon günstig an deiner Route.
Der Proviant: Wie versorgst du dich auf der Wanderung mit Essen
Für deinen Proviant steuerst du am besten kleine Supermärkte an, die du in den größeren Orten entlang deiner Wanderroute findest. Sie haben üblicherweise von Montag bis Samstag und von 9-17 Uhr geöffnet. Sonntags und an Feiertagen ist meist geschlossen, nur wenige kleine Supermärkte haben rund um die Woche geöffnet. Inzwischen hilft Google meist recht gut bei der Suche nach Einkaufsmöglichkeiten und den zugehörigen Öffnungszeiten.
Hier und da findest du in den kleineren Orten auch noch Pubs oder Tea Shops, wo du zumindest eine Mahlzeit und einen heißen Tee bekommen kannst, ehe du weiter ziehst.
Wenn auf deinem Weg nichts zu finden ist, kannst du natürlich in den Herbergen nach einem Lunchpaket fragen und fast immer gibt es in einsam gelegeneren Herbergen auch die Möglichkeit mit Abendessen, Frühstück und Lunchpaket versorgt zu werden.
Wenn du in deiner Unterkunft übrigens als Frühstück Porridge und ein Full English/Scottish Breakfast bekommen kannst, solltest du die Möglichkeit nutzen. Der Porridge ist ein wunderbares Kraftfutter und das ausgesprochen herzhafte Frühstück liegt anfangs zwar oft tonnenschwer im Magen, hält dich dafür aber oft weit über die Mittagszeit hinaus am laufen.
Wenn du autonom mit Zelt unterwegs bist, musst du deutlich umsichtiger planen, denn dann kann es dir leicht passieren, daß es tagelang keine Nachkaufmöglichkeit gibt und dass in den wenigen kleinen Orten, an denen du vorbei kommst, leider keine Einkaufsmöglichkeiten mehr vorhanden sind.
Trinken – Hinweise für die Wasserversorgung unterwegs
Im Großen und Ganzen kannst du in Großbritannien das Leitungswasser gefahrlos trinken. In alten Gebäuden sind allerdings oft noch alte Leitungen zu finden, so dass du dort kein Wasser in deine Flaschen füllen solltest, das zuvor stundenlang in der Leitung stand. Frisches Leitungswasser ist dagegen in den meisten Gegenden unbedenklich.
Meiden solltest du allerdings alle größeren Oberflächengewässer, sofern du nicht in den abgelegensten Gegenden Schottlands unterwegs bist. In Schottland, Wales oder schon immer dünn besiedelten Gegenden Englands kannst du kleine Rinnsale, die von einem Berg herunter kommen, meist bedenkenlos filtern und dann trinken (ohne Filtern lieber nicht). Aber in landwirtschaftlich geprägten Gebieten oder solchen mit Bergbau-Vergangenheit läßt du das lieber sein und versorgst dich über die Leitungswasser-Systeme.
Kurze Informationen für die Anreise
Sprache: Englisch
Verständigung: In erster Linie Englisch. Lokale Dialekte können die Verständigung erschweren, aber meist kommst du mit Standard-Englisch recht gut aus. Fremdsprachenkenntnisse sind auf den Inseln eher selten. Im Fall der Fälle helfen Google Translate oder die App von Deepl.
Währung: Britisches Pfund
Zahlungsmittel: Kreditkarte oder auch Bargeld, aber seltener als in Deutschland
Zeitzone: eine Stunde nach Mitteleuropa (d.h. wenn es in Berlin/Wien 12 Uhr ist, ist es in London 11 Uhr)
Papiere: Achtung! UK ist das einzige etablierte Wanderland in Europa, wo man einen Reisepass zur Einreise benötigt. Personalausweis reicht nicht aus.
Mit dem Flugzeug kommst du meist an einem der Flughäfen Londons an. Aber es gibt auch reichlich Verbindungen zu den kleineren Flughäfen im ganzen Land. Besonders Glasgow und Edinburgh für alle Schottlandreisende. Und Cardiff oder Bristol für einen Urlaub in Wales.
Wenn du mit dem Zug anreisen möchtest, fährst du am besten erst nach Brüssel und nimmst dann den Eurostar nach London.
Fernbusslinien wie Eurolines oder Flixbus fahren meist durch den Eurotunnel oder nehmen die Fähren in Belgien, den Niederlanden oder Frankreich.
UK hat ein Schienenetz in einem fast schon legendär desolaten Zustand. Trotzdem kommst du meist einigermaßen gut dort hin, wohin du möchtest.
Das Busnetz aus lokalen und Fernbussen ist hingegen oft zuverlässig und bringt dich in einem recht dichten Netz an deinen Zielort.
Das Vereinigte Königreich gehört zu den wenigen Ländern in Europa, wo du nicht mit dem Eurostecker weiterkommst. Es ist besser, dir einen regulären Adapter für England/Schottland/Wales einzupacken. Und nicht zu vergessen, daß Steckdosen in dem Land oft mit einem Schalter ausgestattet sind, den du erst mal betätigen solltest, wenn du deine Geräte laden willst.
Wenn du in Schottland vor hast, längere Zeit autonom unterwegs zu sein und zu zelten, könntest du darüber nachdenken, eine Quelle für regenerative Energien mitzunehmen, um zumindest die oft notwendigen elektronischen Hilfsmittel zur Orientierung am laufen zu halten. Da es aber mit Solaranlagen knapp mit der notwendigen Sonne werden könnte und selbst diese niedliche Wasserturbine schon ihre 2 kg wiegt, solltest du selbst dann vielleicht lieber über ein Rudel wasserdicht eingepackte Powerbanks nachdenken. Mit einem Multilader und Achtung auf die Durchladefähigkeit der Powerbanks, solltest du mit einem intelligenten Handling der Ladezeiten alles in einer Nacht in einem B&B wieder geladen bekommen, während du dich und deine Ausrüstung mal wieder durchtrocknen lässt.
Sicherheit & Notfälle
Wer wandert, ist meist außerhalb der großen Städte unterwegs und da ist es auf den britischen Inseln sehr friedlich. Wenn du bei deiner Reise allerdings einen Aufenthalt in den größeren Orten wie London, Manchester oder ähnlichen Städten geplant hast, solltest du dich über die aktuelle Sicherheitslage erkundigen. Es gibt leider so manche Ecken, da solltest du dich nachts und in seltenen Fällen auch tagsüber besser nicht verlaufen. Bei Bedarf auch einfach in der eigenen Herberge nachfragen. Die ortsansässigen Leute wissen fast immer gut Bescheid.
Irgendwelche Begegnungen oder Unfälle mit Wildtieren und Pflanzen sind auf den britischen Inseln nicht zu erwarten. Natürlich gibt es giftige Pflanzen und mit Brennnesseln ist nicht zu spaßen, aber da gilt die weltweite Regel, daß du besser nichts anfasst, was du nicht sicher kennst. Und bei den Tieren musst du fast schon aufpassen, daß du nicht versehentlich selbst ein paar Rinder oder Schafe in Panik versetzt. Respekt gegenüber Weidetieren ist also unerlässlich, da viele Wege auch über Weiden führen.
Das Einzige ernsthaft Lästige sind Bremsen und Mücken und in Schottland besonders die noch mal winzigeren Kriebelmücken (Midges). Da helfen nur die entsprechenden chemischen Helferchen auf der Haut und vor allem mückendichte Kleidung.
Solltest du aller Vorsicht und umsichtiger Planung einen Unfall haben, für den du den Krankenwagen brauchst, so rufst du die britische Notrufnummer 999 an. Bei dem legendär unterfinanzierten NHS bist du zwar immer noch in passablen Händen, aber du solltest vor dem Aufbruch vielleicht trotzdem deine Auslandskrankenversicherung und eventuell die Rückholversicherung geprüft haben.
Leider ist auch die Netzabdeckung in sehr dünn besiedelten Gebieten nicht immer perfekt, so daß ein gutes Erste-Hilfe-Set im Rucksack, das Wissen, wie du es verwendest, und viel Umsicht bei deinen Tourenplanungen ernsthaft wichtig sind. Vor allem, wenn du nicht gerade zur Hochsaison auf einem der stärker bewanderten Abschnitte des Cotswolds Path unterwegs bist. Noch schöner ist natürlich, es einfach nicht zu brauchen. Aber das wollen wir ja alle.
Wo findest du weitere Informationen zum Wandern?
Dafür, dass die Briten eine Wandernation sind, ist es erstaunlich schwierig, landesteil-übergreifende Informationen zu finden. Es gibt ein Sammelsurium an Informationen zu einzelnen Wegen, aber nichts, wo du dir einen Gesamt-Überblick verschaffen kannst.
Nur ein paar Beispiele: Erstklassige Informationen über 15 National Trails in England & Wales finden sich auf nationaltrail.co.uk (leider nur auf Englisch). Viele Wanderinformationen und Wanderideen gibt es zusätzlich auf walkingBritain (z.T. auf Deutsch). Für alle Schottland-Interessierten ist visitscotland.com ein guter Startpunkt.
Allgemeine Informationen zu Großbritannien und einige wenige Ideen zum Wandern findest du auf visitbritain.com. Weitere Informationen, besonders zur Einreise, finden sich auch beim Auswärtigen Amt.
Großbritannien gehört noch immer zu den Wanderparadiesen in Europa und für fast jedes Schwierigkeitslevel ist etwas dabei, denn so flach die Insel wirkt, die schottischen Munros können in ihrem Anspruch mit manchen alpinen Landschaften mithalten.
Du musst dich nur inzwischen gut auf die Reise vorbereiten, da sowohl die Einreisebestimmungen, Geld, Stromversorgung und selbst die Notrufnummern vom restlichen Europa abgekoppelt sind.
Wenn dich das nicht stört, kannst du traumhaft schöne Landschaften entdecken, von denen du noch lange schwärmen kannst. Wenn du Alternativen suchst, könntest du für englische und walisische Landschaften einigermaßen in Irland fündig werden. Schottland ließe sich noch am ehesten im nördlichen Schweden wiederfinden. Jedermannsrecht und weiten, offenen Landschaften sei Dank. Aber deutlich weniger Schafe und definitiv keine Pubs. Oder du erkundest einfach eines der anderen Wanderländer Europas.
Viel Spaß beim Wandern!
