In Europa wandern
Über das Wandern in Europa. So vielfältig wie der ganze Kontinent.

Bist du bereit für dein nächstes großes Abenteuer in der Natur? Eine Tageswanderung ist eine fantastische Möglichkeit, aktiv zu bleiben und gleichzeitig die Schönheit der Natur zu erleben.

In diesem Artikel nehme ich dich Schritt für Schritt mit durch die Planung deiner Wanderung – von der Routenauswahl bis zu Tipps für die richtige Verpflegung. So kannst du sicher sein, dass du auf alles vorbereitet bist und deine Wanderung voll genießen kannst.

erst das Ziel

Das Erste, was du für die Planung deiner Tageswanderung brauchst, ist ein Ziel. 

Wenn du einen Berg besteigen möchtest, wähle einen, der zu deinen Fähigkeiten passt. Es muss aber wirklich nicht immer ein Berg als Ziel sein. Es gibt noch eine Menge andere lohnenswerte Ziele:

  • ein Ausflugslokal/eine Berghütte
  • eine Burg oder Festung
  • ein Wasserfall
  • ein See
  • eine Klamm oder Schlucht 
  • eine interessante Felsformation in der Landschaft
  • eine Höhle oder Bergwerk mit Führungen
  • ein netter Aussichtspunkt 

Noch nichts dabei? Wie wäre es:

  • mit diesem netten Panoramaweg, von dem du schon gehört hast (egal welcher, es gibt immer mehr davon und vielleicht auch einen in deiner Gegend)
  • einen Baumwipfelpfad
  • ein Aussichtsturm
  • eine spektakuläre Hängebrücke

Einfach etwas entfernt parken oder aus Bus und Bahn aussteigen und hinwandern, anstatt bis dorthin zu fahren. 

Und wenn du mit kleinen Kindern unterwegs bist, dann sind auch kürzere Wanderungen zu supercoolen Spielplätzen und Wildtierparks oft sehr beliebt. Und falls es eine Kleinbahn in der Nähe gibt: eine Strecke wandern und mit der Bahn zurück fahren. Funktioniert oft auch bei Bergbahnen und Gondelliften. Wenn es mit der Fitness hapert, dann lieber hoch fahren und runter laufen (es wird dann nur eng mit dem, was die Kinder voran zieht).

Immer noch nichts dabei? Lauf doch einfach einen Abschnitt auf einem der bekannteren Fernwanderwege wie Rheinsteig, Rennsteig oder Malerweg. 

Oder schau mal, ob es einen schönen Wanderweg zu deinen Freunden oder Familie gibt, die du schon lange mal wieder besuchen wolltest. Oder du wanderst zu einem Fest in deiner Umgebung (und organisierst dir vorher schon den Rücktransport, denn erfahrungsgemäß ist der Weg hin noch toll, aber zurück…).

dann der Weg

Sobald du weißt, wo du hin möchtest, kannst du überprüfen, wie du hinkommst. Gibt es Wanderparkplätze oder Bahnhöfe in der Umgebung, die einen guten Startpunkt ergeben? Gibt es Wanderwege, die direkt oder auf schönen Umwegen zu deinem Ziel führen? 

Prüfe unbedingt mit Hilfe von Apps, Infoseiten im Netz oder auf anderen Wegen, daß der Weg für dich geeignet ist. Versehentlich auf einem Klettersteig zu landen, wenn du nur einen schönen Spaziergang machen wolltest, kann in einer Katastrophe enden. Egal, ob jemand anderes den Klettersteig als Spaziergang bezeichnet hat oder nicht. Wenn er nicht zu deinen Fähigkeiten passt, brauchst du einen anderen Weg. Und fast immer gibt es den auch.

Und wenn nicht? Dann brauchst du entweder einen neuen Startpunkt oder ein neues Ziel. Sicherheit geht vor.

Überprüfe auch die Entfernung vom Startpunkt und wie lange es dauern wird, um zum Ziel zu gelangen. Plane Pausen in deiner Zeitplanung mit ein. 

Bis du deine eigenen Erfahrungen gesammelt hast, kannst du als Planhilfe davon ausgehen, dass fitte Wanderer in der Ebene etwa 4km/h wandern, in der Stunde etwa 300 Höhenmeter im Aufstieg und 400 Höhenmeter im Abstieg schaffen. Und das ohne Pausen und wenn der Weg gut ist. Schlammige und rutschige Wege oder schmale Steige, auf denen du auf jeden Schritt aufpassen musst, drücken das Tempo meist gründlich. Auf Forstautobahnen kommst du dagegen oft schneller voran. Besonders, wenn es nur ganz leicht bergab geht. Das läuft sich fast von selbst. 

Websites und Foren, auf denen Wanderer Erfahrungen teilen, können eine wertvolle Hilfe bei der Wahl der perfekten Strecke sein.

2. Prüfe den Wetterbericht

Nachdem du weißt, wo du eigentlich wandern willst, ist die Prüfung des Wetterberichts der nächste Schritt. Das gilt ganz besonders dann, wenn deine Wanderung in schwieriges Terrain führt, oder in Schluchten. Also überall, wo Wege nass oder rutschig werden können oder du von Wassermassen erwischt werden kannst. 

Regennasse Felsen an absturzgefährdeten Stellen sind lebensgefährlich. Und Schlammwege machen niemandem Spaß. Behalte also auch das Wetter der Tage vorher ein wenig im Blick. Nach längerem Regen können Wege einige Tage zum abtrocknen brauchen. An besonders vor Sonne geschützten Stellen auch mal mehr als eine Woche.

Achte besonders auf Unwetterwarnungen. Aber auch die normalen sommerlichen Gewitter bedürfen der besonderen Aufmerksamkeit. Sind solche Wetterlagen angesagt, musst du dich anpassen. 

Bei Unwettern bleibst du am besten in der Unterkunft oder verlegst dich auf den Museumsbesuch in der Stadt oder ähnlich sichere Varianten. 

Bei den Sommergewittern planst du deinen Ausflug so, daß du einige Stunden vor den angekündigten Gewittern von deiner Tour zurück bist. So genial die Wettervorhersagen inzwischen sind, gerade in den Bergen macht das Wetter oft sein eigenes Ding und wann und wo genau es runter kommt, weiß du erst, wenn es kracht. Gern auch mal ein wenig früher, als vorhergesagt. Aber dann musst du schon vom Berg runter und aus allen Schluchten raus sein. Sonst besteht Lebensgefahr.

Die letzte schwierige Wetterlage ist üblicherweise schwüle Hitze. An solchen Tagen kannst du noch einen Spaziergang um den See oder eine leichte Wanderung in Wäldern oder durch kühle Schluchten machen (letzteres nur wenn keine Gewitterwarnung aktiv ist). Aber alle anstrengenden Strecken und besonders exponierte Hänge solltest du meiden. Es macht einfach keinen Spaß, sich am Rand eines Kreislaufkollaps über einen Berg zu quälen. Wandern soll Spaß machen. Nicht dich ins Krankenhaus bringen.

3. Packe angemessen

Dein Ziel und der Weg sind klar und das Wetter ist in Ordnung? Dann wird es Zeit, über die Ausrüstung nachzudenken, die du mitnimmst.

Trage bequeme Wanderschuhe, Wasser, Snacks und eine zusätzliche Schicht Kleidung, falls es mal kühl wird. Auch im Hochsommer gehört ein Fleece immer in den Rucksack, denn es gibt verblüffend viele Gründe, es selbst im Hochsommer wieder auszupacken.

Ein Regenschutz, und sei es nur ein kleiner Festival-Poncho, ist nie verkehrt. Selbst die üblichen 10% Regenwahrscheinlichkeit an sonnigen Tagen sind schon durch einen saftigen Schauer gekrönt worden. 

Und mit einem kleinen 1.-Hilfe-Set kannst du einen kleinen Ausrutscher selbst versorgen oder anderen helfen. Bei dem Set kannst du auch die Signalpfeife lagern, die du immer dabei haben solltest, selbst wenn wir alle hoffen, sie niemals zu brauchen. 

Kleine Dinge wie eine Karte und ein Kompass können hilfreich sein, um in einer unbekannten Umgebung nicht die Orientierung zu verlieren. 

Wenn deine Orientierung am Smartphone hängt, dann nimm eine Powerbank und ein Ladekabel mit, bei denen du geprüft hast, daß sie funktionieren. Und auch dann ist es immer gut, bei unbekanntem Gelände oder unsicherer Wetterlage eine Karte im Rucksack zu haben. Nur für den Fall, daß die Technik mal so richtig zickt. Denn das tut sie meist genau dann, wenn du es so wirklich, wirklich nicht gebrauchen kannst.

Wenn der Weg mit heftigen Steigungen versehen ist, oder es längere Zeit bergab geht, können Trekkingstöcke eine gute Wahl sein.

Wenn du mehr Details zur Ausrüstung für deine Tageswanderung brauchst, dann lies in Was brauchst du für eine Tageswanderung? weiter.

4. Zusammen Wandern

Gemeinsam mit anderen zu wandern ist immer eine gute Idee, auch wenn du ein erfahrener Wanderer bist. Doch gerade als Wanderneuling profitierst du davon, wenn du eine Möglichkeit findest, mit erfahreneren Wanderern unterwegs zu sein. Sie können dir Tipps geben, die dich schnell voranbringen. Schließlich musst du nun wirklich nicht jeden Fehler selber machen. Reicht, wenn andere sie gemacht haben und dir davon erzählen.

Mindestens zu zweit loszuziehen hat natürlich auch den Vorteil, dass einer helfen oder (hoffentlich) Hilfe holen kann, wenn dem anderen etwas passiert. Gesellschaft unterwegs ist allerdings nicht jedermanns oder jederfraus Sache.

Aber egal ob allein oder in einer Gruppe, sorge dafür, dass immer jemand weiß, wo du bist, wo du lang willst und wann du zurück sein willst. Und wann die Rettungskräfte alarmiert werden müssen. Und melde dich natürlich entsprechend zurück, sobald du wieder da bist.

5. Genieße die Aussicht

Wenn du zum Schluss die Feinplanung für deine Wanderung machst, solltest du genug Zeit für Höhepunkte wie einen Sonnenuntergang, beeindruckende Aussichten oder spektakuläre Landschaften einbauen. Oder auch einen spontanen Schwatz mit anderen Wanderern. Was bringt dir die schönste Wanderung, wenn du keine Zeit hast, sie zu genießen?

Wandern soll nicht nur sportliche Betätigung sein. Vielmehr ist es eine Gelegenheit, umgeben von atemberaubender Schönheit, einen freien Kopf zu bekommen und den Stress des täglichen Lebens abzuschütteln. Und nicht, sich noch mehr Stress zu machen.

Eine erfolgreiche Tageswanderung will sorgfältig geplant sein, aber es lohnt sich. Eine gut geplante Tageswanderung gibt dir wertvolle Zeit, um die Natur zu erleben, frische Luft zu schnappen und den Kopf frei zu bekommen. Indem du diese Tipps befolgst, wirst du dich auf deine nächste Tageswanderung besser vorbereiten können, und somit hoffentlich auch mehr genießen können. Und wenn du weiter raus willst, dann kannst du die nächste Herausforderung wagen: Wie planst du eine Mehrtageswanderung!

Geh’ raus und viel Spaß beim Wandern!

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